Du bist hier: MS News Studie aus der USA

Seit Jahrzehnten kämpfen die Ärzte gegen Multiple Sklerose(MS). Die Ursache der Krankheit ist bis heute ein Rätsel. Immerhin gibt es jetzt wieder neue Hinweise: Laut einer Studie aus den USA könnte das verheerende Leiden durch die Inferktion mit dem Bakterium Chlamydia pneumonia ausgelöst werden.

Dr. Subramaniam Sriram von der Vandertbilt School of Medicine in Nashville und sein Team fanden das Bakterium in der Rückenmarkflüssigkeit eines Mannes mit rasch fortschreitender MS. Als sie Ihm Antibiotika verabreichten, besserte sich sein Zustand erheblich. Daraufhin untersuchten die Forscher 37 Patienten mit verschiedenen MS-Formen. Bei 97% wiesen sie entweder Chlamydia pneumonia selbst nach oder Spuren des Erbguts. Bei der Kontrollgruppe - 27 Personen mit anderen neurologischen Erkrankungen - wurde es nur in 11% der Fälle entdeckt.

Diese Ergebnisse bedeuten allerdings noch nicht den ersehnten Durchbruch. Professor Ludwig Kappos, MS-Spezialist am Kantonspital Basel: "Die Beobachtungen bleiben umstritten, denn zu oft wurde in der Vergangenheit über Zusammenhänge mit verschiedensten Erregern berichtet, ohne dass später die Befunde bestätigt werden konnten." Zur amerikanischen Studie sagt er: "Auch in diesem Fall ist die Zahl von 37 Patienten nicht ausreichend, um wirklich eine Verbindung zu belegen."

Obwohl MS-Spezialisten in aller Welt die Resultate eher skeptisch zur Kenntnis nehmen, will man nichts unversucht lassen, um herauszufinden, ob nicht doch etwas an Dr. Subramaniam Srirams Entdeckung dran ist. Professor Kappos: "Entsprechende Untersuchungen in grösseren Gruppen von MS-Betroffenen sind schon im Gang und werden zeigen, ob hier tatsächlich ein Zusammenhang besteht."

Quelle: Sprechstunde, Heft Nr. 16, August 1999