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Vom ersten Schock bis zur Akzeptanz - das Verarbeiten der Diagnose Die Konfrontation mit der Diagnose Multiple Sklerose ruft bei den meisten Betroffenen einen Schock hervor. Das ist einfühlbar, denn diese chronische Krankheit muss von nun an in Lebensplanung und Lebensgestaltung einbezogen werden. Die Krankheit wird Sie begleiten, auch wenn sie zur Zeit gerade keine Beschwerden macht. Sie werden zu Beginn der Erkrankung Verzweiflung und heftige Gefühle, vielleicht auch Enttäuschung und Selbstmitleid spüren. Dies ist der erste Schritt, die Krankheit zu bewältigen. Gelingt es Ihnen nicht, Ihre negativen Gefühle zu überwinden, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Dennoch sollte die Multiple Sklerose nicht der Mittelpunkt Ihres Lebens werden. Schließlich sind Ihnen auch diese heftigen Gefühle dabei behilflich, sich mit der Tatsache, MS-krank zu sein, auf allen Ebenen auseinander zusetzen. Allerdings sollten Sie auf dem Weg zur Akzeptanz der Krankheit nicht zu lange in trauriger Stimmung oder in wütender Ablehnung aller Hilfe verharren. Der wichtigste Schritt, mit der Krankheit leben zu können, ist, sie anzunehmen. Nutzen Sie Ihre Energie, das "Management" Ihrer Krankheit aktiv in die Hand zu nehmen und Ihr Leben bewusst zu gestalten. Informieren Sie sich umfassend über Ihre Erkrankung und die heutigen Behandlungsmöglichkeiten. Jemand, der kaum unter Symptomen leidet, aber unter massiven Ängsten vor der Zukunft, hat eine schlechtere Lebensqualität als jemand, der stärker betroffen ist, aber seine Beeinträchtigung akzeptiert. Entdecken Sie verborgene Talente, statt sich zum Beispiel darüber zu ärgern, dass Sie nicht mehr alpin Skifahren können. Lernen Sie, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen, vielleicht ist das etwas, was früher gar nicht zu Ihren Fähigkeiten gehörte. Jetzt müssen Sie es tun, denn immer dann, wenn Sie Ihre Bedürfnisse, Ihre Gefühle und Ihre körperlichen Grenzen vernachlässigen, wird die Krankheit Sie vielleicht daran erinnern.

Allgemeine Ratschläge

Für MS-Kranke gelten im Prinzip die gleichen Empfehlungen für ein gesundes Leben wie für alle anderen Menschen.

Planung und Gestaltung des Tagesablaufs

Planen Sie bei jeder Tätigkeit, egal ob im Haushalt, im Beruf oder in der Freizeit, ausreichend und genügend lange Pausen ein, wenn Sie sich in Ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt fühlen. Die meisten MS-Kranken sind nach kurzen Unterbrechungen ihrer Arbeit für 5 - 10 Minuten wieder ausgeruht und belastbar. Vermeiden Sie ungewöhnliche körperliche Anstrengungen und soweit möglich - seelischen Stress. Wenn Sie beim Sport oder bei der Arbeit Einschränkungen bemerken, dann versuchen Sie nicht, dagegen anzugehen, sondern die Belastungen in Zukunft Ihrer Leistungsfähigkeit anzupassen. Alle Beschäftigungen, die Ihnen Spaß machen und Ihnen Bestätigung bringen, tun Ihnen gut. Schlafen Sie ausreichend lange und regelmäßig. Wenn sich ein Mittagsschlaf günstig auf Ihre Leistungsfähigkeit auswirkt und mit Ihren Aufgaben vereinbar ist, können Sie vielleicht auch am späten Abend Ihre Arbeit noch fortsetzen. Bereits auf geringe Schwankungen der Körpertemperatur oder der Umgebungstemperatur reagieren viele MS-Kranke mit einer Verschlechterung ihres Befindens. Das bedeutet zwar in den meisten Fällen keinen neuen Schub. Es ist aber sehr unangenehm, wenn in der Wärme die Steifigkeit der Muskeln, die Koordinationsstörungen oder die Müdigkeit stärker hervortreten. Vermeiden Sie daher vor allem Überhitzungen, wie zum Beispiel ausgedehnte Sonnenbäder, Saunabesuche, heiße Wannenbäder und Thermalbäder, wenn Sie temperaturempfindlich sind. Auch Fieber kann bei vielen MS-Kranken zu einer Verschlechterung des Befindens führen oder alte Symptome wieder zum Vorschein bringen. Mit Fieber verbundene Verschlechterungen sind kein Schub. Sie sollten die erhöhte Temperatur frühzeitig mit Hilfe von fiebersenkenden Mitteln, wie zum Beispiel Paracetamol, senken. Besonders darauf hinweisen möchten wir, dass Sie jede medikamentöse Therapie oder deren Änderung mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen sollten.

Ernährung

Ernähren Sie sich gesund und vielseitig. Lassen Sie sich von niemandem einreden, dass eine spezielle Diät in der Lage sei, die Multiple Sklerose zu heilen. Viele teure Diäten sind MS-Kranken empfohlen worden und es kann Ihnen passieren, dass Sie durch einseitige Kostformen bald unter Mangelerscheinungen leiden, die Sie unnötig belasten. Achten Sie aber darauf, dass Ihre Nahrung, neben der Freude, die sie Ihnen auf jeden Fall machen soll, nicht zu kalorienreich ist, dafür aber viele Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthält. Sorgen Sie dafür, dass Sie weder zuviel noch zuwenig wiegen. Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich, dadurch bleibt der Darm in Bewegung, außerdem werden Niere und Blase gut durchgespült. Fragen Sie Ihren Arzt, wie viel Sie persönlich täglich trinken sollen, denn es gibt Erkrankungen, die nicht zu viel Flüssigkeit erlauben. Beugen Sie mit einer ballaststoffreichen Ernährung, viel Flüssigkeit und ausreichender körperlicher Bewegung der Darmträgheit vor.

Genussmittel

Meiden Sie Alkohol, vor allem in größeren Mengen. Ein bis zwei Glas Wein oder Bier dürfen Sie sich dagegen ab und zu gönnen. Rauchen Sie nicht. Wenn es Ihnen überhaupt nicht gelingen sollte, das Rauchen aufzugeben, dann beschränken Sie es zumindest auf 5 bis maximal 10 Zigaretten am Tag. Bedenken Sie aber, dass Rauchen früher oder später zu Gefäßverengungen und Durchblutungsstörungen führt und Sie damit noch mehr Probleme bekommen, als Ihnen die MS ohnehin schon bereitet. Nach all diesen Hinweisen sollten Sie das Wichtigste nicht vergessen, nämlich dass Sie sich trotz Ihrer Krankheit Ihres Leben freuen können. Leben Sie bewusster und genießen Sie jeden Augenblick. Schaffen Sie sich selbst eine Vielzahl schöner Momente, richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf alles Gute und Wohltuende, und lassen Sie keine Gelegenheit aus, sich - auf Ihre ganz persönliche Weise - eine Freude zu bereiten.